Warum komme ich auf die Idee über die Einteilung der Geschenke nach Frauen und Männern nachzudenken? Schließlich nutze ich diese Kategorisierung manchmal selbst auch.

Ich schreibe darüber, weil mich sehr wichtige Dinge an dieser Einteilung stören. Die Einteilung wird nicht nur von Händlern oder Websitebetreibern vorgenommen, sondern auch von Herstellern. Auch die Konsumenten suchen nach genau diesen Einteilungen. Geschenke prägen im Laufe der Zeit und in der Summe das Verhalten. Ausnahmen sind statistisch irrelevant.

Jungsgeschenke sind cool und was ist mit Mädchengeschenken?

Mädchengeschenke sind Rosa, es sind Pferdereiterhöfe mit Geschichten von Hanni und Nanni. Aber die Geschenke für Jungs sind teilweise „die echt coolen Sachen“, die Mädchen auch gerne hätten, wenn ihnen alle Welt nicht sagen würde, dass das Jungsgeschenke sind. Viel seltener ist es auch umgekehrt.

Ist es immer falsch? Sicher nicht. Die meisten Jungs wollen derzeit keine pastellfarbenen Haarspangen mit Blümchen drauf. Doch um die eindeutig zuordnungsbare Geschenkeauswahl geht es mir gar nicht. Die Frage ist, wie es in der Masse aussieht.

Warum muss ein Skateboard nur was für Jungs sein?

Lego Technik ist nur was für angehende echte Kerle?

Kompass, Scouttechnik ist für Jungs?

Ganz hart ist es im Computer-, Informatik- & Technik-Bereich. Alles ist auf Jungs ausgelegt. Das muss so nicht sein. Es ist auch blödsinnig. Mädchen können genauso gut programmieren wie Jungs, man muss es nur zulassen.

Sehr einprägsam waren meine Recherchen zur Geschlechter-Rollenverteilung bei Erstleser Leselernbüchern:

Zusammenfassung: Erleser Jungs erleben Abenteuer sind Piraten und Forscher und Mädchen träumen von Ponys, Feen und sind nett. In meinen Augen ist das alles Blödsinn und doch ist es, je nach Elternhaus leide in Teilen prägend. Mädchen sollen genau die gleichen Chancen auf das Erleben der Welt haben wie Jungs. 

Die ausschließende Wirkung von Geschenk-Geschlechter-Kategorisierungen

Viele Geschenkkategorisierungen haben einen das Verhalten stark prägenden Anteil. Wenn auf jedem Abenteuerset mit Kompass, Schnitzmesser, Überlebenpack mit Angelschnur draufsteht: „Für echte Jungs“, „Für coole Jungs“, „Wilde Kerle – ganz echt“, „So wirst zum Indiana Jones“, dann werden Mädchen automatisch ausgeschlossen.

Dabei könnten Werbesolgans durchaus geschlechtsneutral formuliert werden und sich dennoch cool anhören: „Das Abenteuerset für die Coolen“, „Be wild“, „Abenteuer erleben“ und 1000 andere Geschenkbotschaften sind möglich.

Das Abenteuer muss im Vordergrund stehen, es geht um das Erlebnis, nicht um das Wer.

Praktische Probleme mit der Geschlechterspezifikation

Die praktischen, sprachlichen Nachteile der Geschlechterspezifiaktionen, die sich auch im Marketing widerspiegeln, sind einfach vorhanden. Dafür muss man Lösungen finden:

Layoutprobleme: Der Abenteurer vs. Die Abenteurerin: Das sind ZWEI Buchstaben mehr. Die Schrift muss also auf dem Bild, Foto oder auf der Verpackung kleiner werden. Die feminine Form des Wortes ist länger und somit nicht so schnell zu erfassen. Es klingt sperriger, auch weil es ungewohnter ist.

Suchmaschinenoptimierung: Wenn man es ganz auf Spitze treibt: google läßt einem nur einen sehr begrenzten Rahmen, wie viele Zeichen in die Suchergebniszeile passen. Zuweilen kämpft man da um zwei Zeichen um die Klickrate zu erhöhen. Denn alle Botschaften müssen auf engstem Raum (aktuell auf 70 Zeichen) untergebracht werden.

Die Geschlechterspezifikation ist auch bei Frauen und Männergeschenken üblich – Wieso?

Beispiel: Ein sehr beliebtes Geschenk sind Bieradventskalender. Alles schreit danach, dass das ein echtes Männergeschenk ist. Das ist doch Quatsch.

  • 30% der Männer trinken mindestens 4 mal die Woche Bier
  • 12% der Frauen trinken mindestens 4 mal die Woche Bier

Quellesplendid-research.com/…/studie-bier-deutschland

12 % sind zwar weniger als 30% aber immer noch eine ganze Menge. Da müssen sich die Biertrinkerinnen nicht verstecken. Auch wenn Männer im Schnitt mehr Bier pro Session trinken, ist das eben nicht alles. Ein Bieradventskalender würde einer Frau bestimmt genauso viel Spaß machen. In dem Beitrag über besondere Adventskalender des Jahres kann man die ganze Geschlechtertrennung gut anschauen. Da muss auf jeden Fall mehr Neutralität rein. Hier muss ich mir selbst an die eigene Nase greifen.

Welche Wahl haben Websitebetreiber von Geschenkeseiten in Bezug auf die Gendersteuerung ?

Gibt man bei google 2018 das Suchwort „geschenke für“ ein, dann bietet einem die Autovervollständigung als erstes die Begriffe Männer und Frauen an. Hier wird also schon eine Unterscheidung getroffen und gefordert, die nichts mit dem Handeln oder den Vorlieben der Menschen zu tun hat.

Das ist so, weil google der Ansicht ist, dass die Menschen am häufigsten nach der Geschlechterspezifizierung suchen. Vermutlich liegt google richtig damit, denn genau mit diesen Erkenntnissen verdienen sie ihr Geld.

Eine Betreiber von Geschenkeseiten kann diese geschlechterspezifische Einteilung zwar nicht ignorieren, aber er kann noch viele andere sinnvolle Einsortierungen anbieten. In dem allgemein auf das Hobby eingeht.

Erklärung: ignorieren kann er die Einteilung nicht, weil google sonst den Eindruck bekommt, dass diese Seite unvollständig ist, der Websitebetreiber also nicht seine Hausaufgaben gemacht hat.

Geschenke für Hunde- und Katzenliebhaber sind definitiv geschlechtsneutral. Das ist aber auch einfacher, weil schließlich am Ende dem Tier etwas geschenkt wird. Eigentlich dem Herrchen, aber das ist ein anderes Thema.

Die Chane für Websitebetreiber sinnvoll auf die Genderthematik bei Geschenken einzugehen

Bei der Subkategorie Mädchengeschenke kann der Onlinehändler und Websitebetreiber coole Geschenke einfügen. Er muss allerdings noch eine gute, glaubhafte und prägnante Erklärung dazu liefern, weil dieses Wissen noch kein Allgemeingut ist.

Das Finden von Beschäftigungs- und Hobbythemen muss nicht genderisiert werden. Es genügt, dort ganz spezielle Produkte zu finden, die man verschenken kann und die lustig oder sinnvoll sind.

Beim Thema „Hochwertiges Werkzeuge als Geschenk“ muss man nicht sagen, dass Frauenwerkzeuge pink sein müssen. Er kann Hinweise darauf geben, dass gutes Werkzeug sowohl für Frauen, als auch für Männer immer die bessere Entscheidung ist, gegenüber billigem Werkzeug. Auf der Geschenkeseite muss nicht der größte, sondern der beste Akkubohrer vorgestellt werden – für einen ganz bestimmten Einsatzzweck.

Das heißt nicht, dass es kein pinkfarbenes Werkzeug geben darf, es darf eben nur nicht alternativlos sein.

Genderkategorisierungen sind einfach, aber auch oft falsch, weil erstaunlich oft rein subjektiv. Keine Seite, außer vielleicht Amazon, kann alle Produkte aufnehmen, die es gibt. Daher muss man als Händler eine Auswahl treffen, also kann man auf eine die Neigungen der zu Beschenkenden Rücksicht nehmen.


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